Oftmals treten im Rahmen der Betriebsratsarbeit und den damit einhergehenden Seminaren zur Fortbilung der Betriebsratsmitglieder immer die selben Fragen auf. Deshalb haben wir eine Fragen & Antworten Seite für Sie eingerichtet, um Ihnen bei den häufig auftretenden Fragen schnell und übersichtlich weiterzuhelfen. Die Fragen drehen sich vor allem um die Themen Betriebsrat und Schulung im Allgemeinen sowie bei EWALD & Partner im speziellen. Sollten Sie weitere Fragen haben, kommen Sie gerne auf uns zu!

Fragen & Antworten:

Inhouse-Seminare

Es gibt für Inhouse-Seminare, die bei Ihnen vor Ort durchgeführt werden, folgende Vor- und Nachteile.

Vorteile:

  • Die Schulung kann auf ihren Betrieb und Betriebsrat zugeschnitten werden.
  • Sie müssen nicht auf einen offenen Termin warten.
  • Sie können zu einem Wunschtermin die Schulung erhalten und Ihre betrieblichen Abläufe beachten?
  • Die Schulung kann bei einer größeren Anzahl von Betriebsratsmitgliedern preiswerter sein.
  • Für ein neu gewähltes Betriebsratsgremium stellt eine Inhouse-Schulung sicher, das möglichst schnell alle Grundlagen geschult werden.
  • Bei einem Spezialthema haben Sie am offen Markt kaum ein Chance ihr Thema passgenau zu bearbeiten.
  • Eine große Anzahl von Betriebsratsmitgliedern kann gleichzeitig geschult werden.

Nachteile:

  • Sie haben keinen Austausch  mit anderen Betriebsräten.
  • Sie werden u. U. im Betrieb (beständig) gestört.
  • Die Lernsituation kann im gesamten Gremium mit mehr Stress verbunden sein.

Neben den Inhouse-Schulungen bieten wir offene Seminare an. Die Anzahl der Argumente stellt keinerlei Gewichtung dar. Fragen Sie gerne bei uns an. Gemeinsam finden wir die für Sie passende Schulung!

 Inhouse-Seminare sind sinnvoll, wenn sie 

  • nicht auf einen offenen Termin warten können,
  • es zeitlich in den betrieblichen Abläufen gar nicht anders regeln können,
  • ein neu gewähltes Betriebsratsgremium möglichst schnell in den Grundlagen schulen wollen und müssen,
  • ein Spezialthema haben, das kaum oder selten offen am Markt angeboten wird,
  • eine große Anzahl von Betriebsratsmitgliedern gleichzeitig schulen wollen,
  • deutlich Kosten sparen.

      ►  Das ist ab ca. 5 bis 7 Teilnehmern der Fall.

      Seminarbuchung

      Wie verhalte ich mich, wenn ich Schwierigkeiten bei der Seminaranmeldung habe oder der Arbeitgeber sich weigert die Freistellung zum Seminar oder die Übernahme der Kosten zu bestätigen?

      Wir empfehlen Ihnen sich mit uns telefonisch (040  81 96 10 66) oder per E-Mail ( Felicitas.Lindberg@EwaldundPartner.de
      ) in Verbindung zu setzen. Wir suchen immer nach einer Lösung mit den geringsten Schwierigkeiten!

      Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten mit einer Ablehung des Arbeitgebers umzugehen.

      • Ist der Arbeitgeber der Ansicht, eine vom Betriebsrat beschlossene Schulungsteilnahme sei nicht erforderlich, kann er zur Klärung seiner Bedenken ein Beschlussverfahren beim Arbeitsgericht beantragen.
      • Der Betriebsrat kann Argumente sammeln und noch einmal mit dem Arbeitgeber sprechen.
      • Der Betriebsrat kann die Feststellung der Erforderlichkeit und die Verhältnismäßigkeit eines Seminars durch ein Beschlussverfahren beim Arbeitsgericht beantragen.
      • Nehmen Sie trotzdem an der Schulung teil, da der Gesetzgeber keinen Genehmigungsvorbehalt für BR-Schulungen durch den Arbeitgeber im BetrVG vorgesehen hat.

      ► Weigert sich der Arbeitgeber, die Kosten des Seminars und des Entgeltausfalls zu tragen, lässt der Betriebsrat mit einem arbeitsgerichtlichen Beschlussverfahren feststellen, ob der Arbeitgeber die Kosten tragen muss, weil das Seminar erforderlich für die Tätigkeit des Betriebsrats war (BAG 13.11.64 und 3.6.69 AP Nr. 9 und 11 zu § 37 BetrVG).

      ► Der Betriebsratskollege  lässt seine Entgeltansprüche vor dem Arbeitsgericht einklagen.

      Zögern Sie nicht! Rufen Sie uns einfach an: 040  81 96 10 66

      Schnell, direkt, unkompliziert.

      Wir glauben immer noch, dass man durch einfaches Fragen schneller zum Ziel kommt, als durch lange Recherchen auf dieser Website oder im world wide web!

      Buchen Sie ihr Seminar so schnell wie möglich! Einfach, um Ihren Platz zu sichern und uns die Planung zu erleichtern.

      Sie können aber auch zunächst telefonisch kostenlos “reservieren”. Eine Reservierung gilt, solange sie nicht fest buchen, als unverbindlich. Wenn die Plätze knapp werden, erhalten Sie von uns eine Nachricht und müssen sich spätestens dann entscheiden.

      Ja, Sie können sich auch kurz vor dem Seminar bei uns zum Seminar anmelden. 

      Sie können auf jeden Fall gerne bei uns anrufen (040  81 96 10 66) oder uns eine E-Mail schreiben ( Felicitas.Lindberg@EwaldundPartner.de
      ). Wir sind jederzeit bemüht, für Sie eine schnelle Lösung zu finden.

      Sachverständige

      Selbstverständlich beraten wir Sie auch telefonisch zur Hinzuziehung eines Sachverständigen. Rufen Sie uns einfach an!

      Nach der Rechtsprechung des BAG muss vor der Hinzuziehung eines Sachverständigen folgender Stufenplan durchlaufen werden (BAG-Beschluss vom 17.3.1987 – AP-Nr. 29 zu § 80 BetrVG; BAG-Beschluss vom 4.6.1987 – AP-Nr, 30 zu § 80 BetrVG) :

      Auszug:

      1. Im ersten Schritt muss der Betriebsrat vom Arbeitgeber rechtzeitig und umfassend über den in Frage stehenden Problemkomplex informiert worden sein.
      2. Wenn der Betriebsrat nun feststellt, dass er die Angelegenheit nicht abschließend beurteilen kann, muss er weitere Einzelauskünfte verlangen. Dabei muss er alle möglichen  betrieblichen Informationsquellen umfassend ausschöpfen. Also auch die Unterrichtung durch betriebliche Fachkräfte in Anspruch nehmen.
      3. Weiterhin soll der Betriebsrat verpflichtet sein, sich notwendigen Sachverstand – soweit wie möglich – selbst anzueignen. Dies kann durch den Besuch von Schulungsveranstaltungen oder Selbststudium erfolgen. Hier ist ggf. auch ein sachkundiger Gewerkschaftssekretär zu befragen.
      4. Besteht für den Betriebsrat danach immer noch die Erfordernis nach zusätzlichem Sachverstand, soll der Betriebsrat dem Arbeitgeber genau benennen, auf welchem Gebiet und zu welchen Einzelfragen ihm dann noch immer Kenntnisse fehlen. Hierzu kann er die Hinzuziehung eines Sachverständigen verlangen.

      Praktisches Vorgehen des Betriebsrates

      Es ist sinnvoll, dass der Betriebsrat möglichst frühzeitig gegenüber dem Arbeitgeber klarstellt, dass er die Hinzuziehung eines Sachverständigen für erforderlich hält. Dieser Termin (frühzeitig) bestimmt sich einfach dadurch, dass der Betriebsrat aufgrund einer ersten Information durch den Arbeitgeber erkennt, dass ein betriebliches Problem auf ihn zukommt, das er aus eigener Erkenntnis nicht ausreichend beurteilen und dessen Auswirkungen auf die Beschäftigten er nicht abschätzen kann.

      Ist erkennbar, dass der Arbeitgeber Schwierigkeiten machen wird die Hinzuziehung eines Sachverständigen zu genehmigen, dann sollte der Betriebsrat konsequent den oben beschriebenen 4 Schritten folgen.

      1. Zunächst alle Informationen und aussagefähigen Unterlagen abfordern, und dabei insbesondere die zu erwartenden Auswirkungen auf die Beschäftigten erfragen. Für die Beantwortung sollte dem Arbeitgeber schriftlich eine Frist (von etwa 2 Wochen) eingeräumt werden.
      2. Diese Informationen soweit möglich auswerten, um schließlich die
      3. aus der Auswertung ergebenden Fragen zu formulieren, die er von einem Sachverständigen beantwortet haben will.
      4. Vom Arbeitgeber die Zustimmung zur Hinzuziehung eines Sachverständigen gem. § 80 Abs. 3 BetrVG schriftlich verlangen.

      Die eigene Kompetenz verbessern

      Der Betriebsrat sollte sich auch geeignete Literatur beschaffen. Wichtig ist auch die Betriebsratsmitglieder auf entsprechende Seminare zu entsenden. Damit kann der Betriebsrat gegebenenfalls (falls erforderlich) vor dem Arbeitsgericht darlegen, dass sich vor der Hinzuziehung des Sachverständigen bemüht hat die erforderliche Kompetenz anzueignen.

      Erforderlichkeit des Sachverständigen begründen!

      Wenn alle oben genannten Schritte durchlaufen sind, kann der Betriebsrat, unter Angabe der Gründe, vom Arbeitgeber die Zustimmung zur Hinzuziehung eines Sachverständigen gem. § 80 Abs. 3 BetrVG unter Fristsetzung fordern.

      Im Fall einer Betriebsänderung ist in Unternehmen mit mehr als 300 Beschäftigten kein Einvernehmen mit dem Arbeitgeber über die Hinzuziehung des Sachverständigen erforderlich.

      Zu dieser Fragestellung bieten wir unser Seminar “Einführung in die Betriebsratsarbeit II” an.

      Quellen:

      Der Betriebsrat kann bei Durchführung seiner Aufgaben nach näherer Vereinbarung mit dem Arbeitgeber Sachverständige hinzuziehen, soweit dies zur ordnungsgemäßen Erfüllung seiner Aufgaben erforderlich ist (§ 80 Abs. 3 BetrVG).

      Der Gesetzgeber hat mit diesem Paragraphen im Betriebsverfassungsgesetz geregelt, dass es in bestimmten Problemsituationen erforderlich sein kann einen Sachverständigen zur Unterstützung des Betriebsrates hinzuzieht.

      Je nach betrieblicher Problemsituation kann der Sachverständige aus allen möglichen Bereichen kommen:

      • ein juristischer Sachverständiger (Arbeitsrechtler i.d.R.)
      • ein wirtschaftlicher Sachverständiger (Betreibswirt i.d.R.)
      • ein “technischer” Sachverständiger (z. B. Datenverarbeitung, Datenschutz, …)
      • ein Sachverständiger für den Arbeitsschutz (z. B. für Ergonomie, Produktionsprozesse, …)
      • ein Sachverständiger für besondere, betriebliche Situationen (z. B. Einführung eines Ethik Codes, Einführung einer betrieblichen Tarifvertrages, …)

      Dazu ist in jedem Fall eine nähere Vereinbarung mit dem Arbeitgeber erforderlich.

      In vielen Fällen ist dem Arbeitgeber an einer sachlich fundierten, schnellen Lösung gelegen. Daher wird er in solchen Fällen auch dem Ansinnen des Betriebsrats nachkommen und eine Beratung akzeptieren.

      Kann eine solche Vereinbarung nicht erzielt werden, dann muss der Betriebsrat konsequent die erfoderlichen Schritte (s.a. andere Frage) bis zu einer erneuten Beantragung eines Sachverständigen gehen.

      Im Streitfall entscheidet das Arbeitsgericht gegebenenfalls im Rahmen einer “Einstweiligen Verfügung” über die Erforderlichkeit der Hinzuziehung eines Sachverständigen.

      Zu dieser Fragestellung bieten wir unser Seminar “Einführung in die Betriebsratsarbeit II” an. Gerne beraten wir Sie auch telefonisch!

      In vielen Fällen haben die Entscheidungen des Betriebsrates weitreichende Konsequenzen für die Belegschaft. Es ist für das Betriebsratsgremium in solchen Fällen nahezu unmöglich die gesamten Folgen von Regelungen mit dem Arbeitgeber zu überblicken. 
      In aller Regel ist dies z. B. bei

      • der Einführung von Datenverarbeitungssystemen (z. B. immer wenn grenzüberschreitender Datenaustausch Bestandteil ist, oder gar Personaldaten in nicht EU-Ländern verarbeitet werden sollen, der Rationalisiierungseffekt nicht abzuschätzen ist oder die Arbeit und/oder Arbeitsorganisation sich deutlich verändern wird)
      • der Einführung oder Änderung von Entlohnungssystemen
      • Interessenausgleichen und Sozialplänen
      • komplexen Veränderungen in Unternehmen

      der Fall.

      Eine sachverständige Beratung hilft unbeabsichtigte Folgen zu vermeiden und großen Schaden für die Belegschaft zu verhindern. Der Betriebsrat kann Verhandlungen entsprechend kompetent führen und seine Beschlüsse – Zustimmungen oder  Ablehnungen – mit angemessener Sicherheit fällen und vor der Belegschaft vertreten.

      Zu dieser Fragestellung bieten wir unser Seminar “Einführung in die Betriebsratsarbeit II” an. Gerne beraten wir Sie auch telefonisch!

      Schulungsanspruch

      Wie oft ein Betriebsratsmitglied einen Anspruch auf einen Seminarbesuch hat, richtet sich einzig und allein nach der Erforderlichkeit und den anstehenden Aufgaben des Betriebsrates.

      Die Auffassung ein Betriebsrat dürfte in seiner Amtszeit nur an drei bzw. vier Schulungen teilnehmen ist falsch! Diese Beschränkung gilt nur für Schulungen nach § 37 Abs. 7 BetrVG.

      Die Schulungen nach § 37 Abs. 6 BetrVG können in unbegrenzter Zahl besucht werden, solange die dort vermittelten Kenntnisse für die Arbeit Ihres Betriebsratsgremiums erforderlich sind.

      Weitere Information zum Schulungsanspruch finden Sie hier!

      Wenn Ersatzmitglieder in größerem Umfang („häufig“) an Betriebsratssitzungen teilnehmen, weil immer wieder Betriebsratsmitglieder verhindert sind, so kann auch für Ersatzmitglieder Grundwissen im BetrVG und im Arbeitsrecht erforderlich sein (BAG 14.12.1994 – 7 ABR 31/94 und 19.9.2001 – 7 ABR 32/00). Das Arbeitsgericht in Mannheim hat „Häufig“ wie folgt definiert: Das Ersatzmitglied hat über einen längeren Zeitraum regelmäßig an mindestens einem Viertel aller Betriebsratssitzungen teilgenommen (ArbG Mannheim vom 19.01.2000 – 8 BV 18/99).

      Für die Erforderlichkeit gibt es keine Grenzen in Form von: Der Betriebsrat darf nur x-Seminare pro Jahr besuchen!

      Erforderlich sind Seminare dann, wenn der Betriebsrat für die Erfüllung seiner konkreten Aufgaben ein spezielles Wissen benötigt, über das er noch nicht verfügt.

      Für  Schulungsveranstaltungen muss ein aktueller, betriebsbezogener Anlass für die Annahme bestehen, dass die in der Schulung zu erwerbenden besonderen Kenntnisse derzeit oder in naher Zukunft von dem zu schulenden Betriebsratsmitglied benötigt werden.

      Um dies zu prüfen, sind folgende Fragen zu beantworten:

      1. Besteht ein aktueller oder absehbarer  betrieblicher oder betriebsratsbezogener Anlass, aus dem sich der Schulungsbedarf ergibt?
      2. Entsprechen die konkreten Seminarinhalte überwiegend den erforderlichen Kenntnissen?
      3. Besteht eine Aufgabenverteilung innerhalb des Betriebsrats und/oder eine thematische Spezialisierung  einzelner Betriebsratsmitglieder?
      4. Ist die Anzahl der entsandten Betriebsratsmitglieder und deren Verhältnis zur Gesamtgröße des Betriebsrats  berücksichtigt worden?
      5. Liegt die letzte Aktualisierung  des bereits vorhandenen Wissens lange zurück?
      6. Gibt es betriebliche Entwicklungen, die es besonders dringlich erscheinen lassen, Spezial-Kenntnisse  in bestimmten Fragen zu aktualisieren?

      Von diesen Umständen muss der Betriebsrat Kenntnis haben, um beurteilen zu können, ob die Schulungsveranstaltung erforderlich i. S. v. § 37 Abs. 6 Satz 1 BetrVG ist, um seinen Beurteilungsspielraum sachgerecht nutzen zu können. Ob das der Fall ist, hängt jedoch von zahlreichen Umständen ab. Bei der Prüfung der Erforderlichkeit hat der Betriebsrat die betriebliche Situation und damit die mit dem Besuch der Schulungsveranstaltung verbundenen finanziellen Belastungen des Arbeitgebers  zu berücksichtigen. Die Teilnahme an einer Schulungsveranstaltung ist nicht erforderlich, wenn sich der Betriebsrat vergleichbare Kenntnisse zumutbar und kostengünstiger auf andere Weise verschaffen kann.

      Bei Unklarheiten rufen Sie uns bitte an.

      Zu Grundlagenseminaren zählen vor Allem die Einführungsseminare im Betriebsverfassungs- und Arbeitsrecht sowie dem Arbeitsschutz. Diese Seminare sind  für alle Mitglieder des Betriebsrats zwingend erforderlich (BAG 19.7.1995 – 7 ABR 49/94 und 16.10.1986 – 6 ABR 14/84,  BAG 15.5.1986 – 6 ABR 74/83).

      Bei erstmals gewählten Betriebsratsmitgliedern ist auf eine nähere Darlegung der Schulungsbedürftigkeit zu verzichten, wenn es sich um die Vermittlung von Grundkenntnissen im Betriebsverfassungsrecht, im allgemeinen Arbeitsrecht oder im Bereich der Arbeitssicherheit und Unfallverhütung handelt (BAG 4. Juni 2003 – 7 ABR 42/02 – BAGE 106, 233 = AP BetrVG 1972 § 37 Nr. 136 = EzA BetrVG 2001 § 40 Nr. 4, zu B I der Gründe; 19. Juli 1995 – 7 ABR 49/94 – aaO, zu B 2 b der Gründe; 15. Mai 1986 – 6 ABR 74/83 – BAGE 52, 78 = AP BetrVG 1972 § 37 Nr. 54 = EzA BetrVG 1972 § 37 Nr. 85, zu II 2 b der Gründe).

      Auch beim Nachrücken eines Betriebsratsmitglieds einsteht ein Anspruch auf Ausbildung! Mehr zum Schulungsanspruch finden Sie hier.

      Rückt ein Ersatzmitglied in den Betriebsrat nach, so kann es erforderlich sein, dass unter Berücksichtigung für die Gewährleistung der Arbeitsfähigkeit des Betriebsrats ein Schulungsanspruch des Ersatzmitglieds besteht (BAG vom 19.09.2001 – 7 ABR 32/00).

      Bei der Prüfung, ob die Teilnahme an einer Schulung erforderlich ist, steht dem Betriebsrat ein eigener Beurteilungsspielraum zu. Dieser Beurteilungsspielraum bezieht sich auf den Seminarinhalt sowie auf die Dauer der Schulung und die Anzahl der zu entsendenden Mitglieder des Betriebsrates (BAG vom 21.06.2001 – 2 AZR 137/00).

      Dabei genügt es, das vom Standpunkt eines neutralen Dritten die Schulung zum Zeitpunkt der Beschlussfassung im Betriebsrat für erforderlich angesehen werden durfte.

      Ein Seminar ist generell und immer dann erforderlich, wenn für den Betriebsrat Aufgaben anstehen und seine Mitglieder nicht oder nicht ausreichend über die Kenntnisse und Fertigkeiten für die sachgerechte Wahrnehmung dieser Aufgaben verfügen.

      Der Schulungsbesuch muss das „geistige Rüstzeug“ zur Erledigung der anstehenden Aufgaben und Probleme vermitteln.

      Die Erforderlichkeit von Seminaren ist bei Grundlagenseminaren immer gegeben!

      Zu Grundlagenseminaren zählen vor Allem die Einführungsseminare im Betriebsverfassungs- und Arbeitsrecht sowie dem Arbeitsschutz. Diese Seminare sind  für alle Mitglieder des Betriebsrats zwingend erforderlich (BAG 19.7.1995 – 7 ABR 49/94 und 16.10.1986 – 6 ABR 14/84,  BAG 15.5.1986 – 6 ABR 74/83).

      Bei erstmals gewählten Betriebsratsmitgliedern ist auf eine nähere Darlegung der Schulungsbedürftigkeit zu verzichten, wenn es sich um die Vermittlung von Grundkenntnissen im Betriebsverfassungsrecht, im allgemeinen Arbeitsrecht oder im Bereich der Arbeitssicherheit und Unfallverhütung handelt (BAG 4. Juni 2003 – 7 ABR 42/02 – BAGE 106, 233 = AP BetrVG 1972 § 37 Nr. 136 = EzA BetrVG 2001 § 40 Nr. 4, zu B I der Gründe; 19. Juli 1995 – 7 ABR 49/94 – aaO, zu B 2 b der Gründe; 15. Mai 1986 – 6 ABR 74/83 – BAGE 52, 78 = AP BetrVG 1972 § 37 Nr. 54 = EzA BetrVG 1972 § 37 Nr. 85, zu II 2 b der Gründe).

      Die Entsendung zu einer Schulung im Betriebsverfassungsrecht, im allgemeinen Arbeitsrecht oder im Bereich der Arbeitssicherheit und Unfallverhütung scheidet aus,

      • wenn das ausgewählte Betriebsratsmitglied die erforderlichen Kenntnisse bereits besitzt.

      o   Weil das Betriebsratsmitglied diese Kenntisse persönlich besitzt
      o   Durch Eigenstudium oder eine frühere Tätigkeit, z. B.  bei einer Gewerkschaft, im Betriebsrat oder in anderen Gremien, erworben hat.
      o   Durch langjährige Tätigkeit im Betriebsrat das erforderlichen Wissen erworben hat.

      Der Besuch dieser Seminare kann auch kurz vor Ablauf der Amtszeit des Betriebsrats erforderlich sein.

      BAG, Urteil vom 07.05.2008 – 7AZR 90/07

      Auch Spezialseminare sind häufig erforderlich!

      Zum Beispiel ist völlig unstrittig, dass Kenntnisse zum Datenschutz im Betrieb für die Arbeit des Betriebsrats notwendig sind (LAG Niedersachsen 28.09.1978 – 3 TaBV 3/79).

      In der Regel entstehen die Notwendigkeit nach Spezialseminare durch aktuelle betriebliche Situation. Immer dann, wenn der Betriebsrat über spezielle – aber ihm derzeitig noch fremde – Kenntnisse verfügen muss, um seiner Aufgabe gercht zu werden, hat er einen Anspruch auf eine Weiterbildung. Dann ist sie erforderlich (BAG 19.7.1995 – 7 ABR 49/94 = BB 1995, 2380 = DB 1995, 2378).

      Auch bei der Übernahme spezieller Ämter in Ausschüssen (Wirtschaftsausschuss, Betriebsausschuss, z. B.) können dafür weiterführende oder Spezialseminare erforderlich sein (BAG 19.7.1995 – 7 ABR 49/94 = BB 1995, 2380 = DB 1995, 2378).

      Da es selbst Fachleuten immer schwererfällt den Überblick über die Rechtsprechung im Arbeitsrecht zu behalten ist auch die Teilnahme an einem reinen Seminar zur aktuellen Rechtsprechung von mindestens einem Betriebsratsmitglied in zeitlichen Abständen  notwendig (BAG vom 20.12.1995 – 7 ABR 14/95).

      Auch da Wissen im wirtschaftlichen Bereich ist unabdingbar für eine sachgerechte Betriebsratsarbeit. Daher ist für alle Mitglieder des Betriebsrates eine Schulung über wirtschaftliche Grundlagen (BR IV) zu diesem Thema erforderlich, sofern sie derartiges Wissen nicht besitzen. Der BR muss über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Unternehmens Bescheid wissen, um in der Lage sein, z.B. Gefährdungen der Arbeitsplätze rechtzeitig zu erkennen und Sicherungskonzepte zu entwickeln (LAG Baden-Württemberg vom 08.11.1996 – 5 TaBV 2/96).

      Unsere Spezialseminare thematisieren insbesondere zukunftsorientierte Themen vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Veränderungen der Arbeitswelt.

      Sie suchen weitere Informationen zum Schulungsanspruch?

      Seminare

      Grundsätzlich ist die Verhältnismäßigkeit der Kosten zu beachten. Es ist immer eine ortsnahe Schulung vorzuziehen. Aber, häufig steht kein passendes Seminar zeitnah zur Verfügung oder es ist ausgebucht. Hier hat das LAG Hamm entschieden, dass es dem Betriebsrat nicht zuzumuten ist auf einen ortsnahmen Termin längere Zeit (also z.B. 3 Monate) zu warten.

      (LAG Hamm vom 17.10.2003 – 10 TaBV 83/03)

      Auch ein genehmigter Urtlaub kann den Besuch eines ortsnahen Seminars verhindern. (LAG Köln vom 11.04.2002 – 10 TaBV 50/01).

      Die Teilnahme an einem Seminar erfolgt grundsätzlich auf eigene Gefahr. Sie sind jedoch während der Seminarzeiten über Ihren Arbeitgeber gesetzlich unfallversichert

      Die Seminare leben von den Beispielen aus der betrieblichen Realität. Dieses “teilnehmerzentrierte Vorgehen” wird von den Referenten gerne angenommen.

      Bei einem Besuch von Betriebsratsschulung haben teilzeitbeschäftigte Betriebsratsmitglieder einen Anspruch auf Freizeitausgleich, der dem eines Vollzeitbeschäftigten entspricht.

      Dabei sind auch Pausen, die am Schulungstag anfallen, zu berücksichtigen.

      Dies hat das Bundesarbeitsgericht entschieden (BAG Urteil vom 16.2.2005). Es weist darauf hin, dass nicht die regelmäßigen Arbeitszeiten in der Abteilung des Betriebsratsmitglieds für den Anspruch entscheidend sind, sondern die Lage und Dauer der Arbeitszeit, die ein Vollzeitbeschäftigter im Betrieb erbringen muss.

      Das Urteil verbessert die Situation der Frauen im Betriebsrat, denn sie werden es in der Mehrzahl sein, die teilzeitbeschäftigt sind.

      Zu dieser Fragestellung bieten wir unser Seminar “Einführung in die Betriebsratsarbeit I” an.

      Die Seminarunterlagen erhalten Sie im Seminar.

      Zu jedem Seminar erhalten Sie 

      •  ein Seminarskript, mit den Seminarinhalten
      • ein Buchpaket, dass auf das Seminar abgestimmt ist.

      – Durch den Besuch der Grundlagenschulungen haben Sie das komplette Paket der erforderlichen Betriebsrats-Literatur erhalten.

      • einen EWALD & Partner USB-Stick mit ergänzenden Infortmationen und für die Seminarfotos.

      Unser Netzwerk an ReferentenInnen umfasst in Hamburg über 40 Referenten und Referentinnen, die wir sorgsam aus praxiserfahrenen Anwälten, Juristen, Hochschul-lehrerInnen und Verbandsvertretern im Arbeits-, Betriebsverfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsrecht sowie Kommunikations- und Organisationsexperten auswählen. Wichtig sind profunde Kenntnisse und Erfahrungen aus der Arbeits- und Berufswelt, didaktische/pädagogische Qualifikationen sowie eine langjährige und überdurchschnittlich erfolgreiche Bildungs- und Schulungsleitung damit Sie mit Fach-, Sachverstand, Engagement und Herz geschult werden und wir die Qualität Ihres Seminars sicherstellen können!

      Sehr häufig fragen Betriebsräte Seminare bestimmter Referenten und Referentinnennnen bei uns nach und wir freuen uns über diese Treue! Auch unsere Referenten und Referentinnen freuen sich über das damit verbundene Lob über die Qualität ihrer Arbeit.

      Die Ergebnisse der ständigen Qualitätsmessungen zeigen für das Jahr 2017 erneut, wie zufrieden unsere Seminarteilnehmer mit der Arbeit unserer ReferentenInnen sind. Für das Jahr 2017 erreichten sie im Durchschnitt 1,33 Punkte!

      Wenn Sie krank werden, ist eine kostenlose Umbuchung bei uns im laufenden Jahr immer möglich!  

      Wenn Sie krank werden, kann alternativ ein anderes Betriebsratsmitglied den Termin wahrnehmen.

      Worauf wir keinen (unbegrenzten) Einfluss haben, sind die Hotel- und Tagungskosten bei “sehr kurzfristigen” Absagen. Also z. B. zum ersten Seminartag. Die fallen dann – teilweise – an.

      Aber unser Grundverständnis ist unnötige Kosten zu vermeiden. Wir möchten Sie einfach gerne lange als Kunde behalten.

      Kostenlose Betriebsvereinbarung

      Ihr Newsletter Willkommens Geschenk

      Jetzt zum Newsletter anmelden und kostenfrei eine Betriebsvereinbarung zur Corona Pandemie erhalten!

      Mit Ihrem Eintrag bestätigen Sie unsere Datenschutzbestimmungen und erteilen uns die Erlaubnis, Ihnen Informationen und Angebote rund um die Betriebsratsarbeit zu schicken. Sie können sich jederzeit austragen.