Muss ich mit jedem arbeiten? Kann ich mich beschweren?

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber das Recht (Beschwerderecht BetrVG) näher zu bestimmen mit welchen Kollegen ein Arbeitnehmer zusammen arbeiten soll, solange er dem Arbeitnehmer eine Aufgabe zuweist die der vereinbarten Tätigkeit entspricht. .

Dieses Recht muss er aber „nach billigem Ermessen“ ausüben. Er muss also bei der Zuweisung konkreter Aufgaben auch auf die berichtigten Interessen des Arbeitnehmers Rücksicht nehmen. Zudem ist er als Arbeitgeber verpflichtet die Beschäftigten vor Diskriminierung am Arbeitsplatz

  • Geschlecht
  • Alter
  • Hautfarbe
  • Herkunft
  • Religion
  • sexuelle Orientierung

zu schützen (s. a. die Vorschriften des AGG). Ein Link zur Rechtsprechung zum AGG gibt es in unserem Blog!

Dazu gehört, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um ein benachteiligungsfreies Arbeitsumfeld zu schaffen. 

Das kann er z. B. durch klare Ansagen schaffen, indem er deutlich macht, dass ein bestimmtes Verhalten nicht toleriert wird.

Hält sich ein Kollege oder eine Kollegin nicht daran, dann muss der Arbeitgeber eingreifen. 

Nutzen Sie ggf. auch die Möglichkeit sich bei Ihrem Betriebsrat zu beschweren (Beschwerderecht § 84 BetrVG), wenn ein Gespräch mit dem Vorgesetzten oder der Geschäftsführung zu kleinem positiven Ergebnis geführt hat. 

Ihr Betriebsrat hat rechtliche Mittel (§ 85 BetrVG)  Ihre berechtigte Beschwerde zum Erfolg zu verhelfen. Letztlich mit dem Recht eine Einigungsstelle anrufen. 

§ 84 Beschwerderecht

(1) Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, sich bei den zuständigen Stellen des Betriebs zu beschweren, wenn er sich vom Arbeitgeber oder von Arbeitnehmern des Betriebs benachteiligt oder ungerecht behandelt oder in sonstiger Weise beeinträchtigt fühlt. Er kann ein Mitglied des Betriebsrats zur Unterstützung oder Vermittlung hinzuziehen.
(2) Der Arbeitgeber hat den Arbeitnehmer über die Behandlung der Beschwerde zu bescheiden und, soweit er die Beschwerde für berechtigt erachtet, ihr abzuhelfen.
(3) Wegen der Erhebung einer Beschwerde dürfen dem Arbeitnehmer keine Nachteile entstehen.

§ 85 Behandlung von Beschwerden durch den Betriebsrat

(1) Der Betriebsrat hat Beschwerden von Arbeitnehmern entgegenzunehmen und, falls er sie für berechtigt erachtet, beim Arbeitgeber auf Abhilfe hinzuwirken.
(2) Bestehen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber Meinungsverschiedenheiten über die Berechtigung der Beschwerde, so kann der Betriebsrat die Einigungsstelle anrufen. Der Spruch der Einigungsstelle ersetzt die Einigung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat. Dies gilt nicht, soweit Gegenstand der Beschwerde ein Rechtsanspruch ist.
(3) Der Arbeitgeber hat den Betriebsrat über die Behandlung der Beschwerde zu unterrichten. § 84 Abs. 2 bleibt unberührt.