Über den Betriebsrat informiert sein

Der Betriebsrat informiert im Idealfall regelmäßig die Belegschaft über seine Tätigkeiten. Doch wie viele Personen in der Belegschaft wissen wirklich über seine Arbeit Bescheid? Wenn es in Ihrem Betrieb zum ersten Mal einen Betriebsrat gibt, werden nur die wenigsten Kolleg*innen wissen, was ein Betriebsrat ist und welche Aufgaben er hat. Besonders, inwiefern seine Aufgaben eine Rolle im Arbeitsalltag der Belegschaft spielen. Ihre Kolleg*innen werden nicht wissen, wann sie sich an den Betriebsrat wenden können. Und noch wichtiger: Welche Unterstützung sie vom Betriebsrat erwarten können. Der erste Schritt, um Akzeptanz für den Betriebsrat und ein Verständnis für seine Arbeit zu schaffen, ist die Belegschaft mit ins Boot zu holen und den Betriebsrat mit seinen Aufgaben und Möglichkeiten vorzustellen.

Um ein Vertrauensverhältnis aufbauen zu können, sollte jede/r wissen, dass der Betriebsrat Ihnen zur Verfügung steht. Das Vertrauen bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Kommunikation zwischen Ihnen und der Belegschaft. So vermeiden Sie Missverständnisse und können sich für Interessen starkmachen und Konflikte lösen. Dabei kann es helfen, sich bewusst zu machen, dass nicht jeder mit den Arbeiten, Aufgaben und auch Möglichkeiten des Betriebsrates vertraut ist.

Formulierungshilfen für interne Mitteilungen

Wenn Sie Ihre Kolleg*innen über den Betriebsrat und seine Arbeit aufklären wollen, treten Sie mit der Belegschaft in einen Dialog. Erläutern Sie der Belegschaft grob, was Ihre Aufgaben sind und wann sich Ihre Kolleg*innen an Sie wenden können. Hier sind die Antworten zu den wichtigsten Fragen und Wege, wie Sie sich ausdrücken können.

  1. Was genau ist der Betriebsrat?
  2. Warum gibt es überhaupt einen Betriebsrat?
  3. Was sind seine Aufgaben?
  4. Bei welchen Fragen kann sich die Belegschaft an ihn wenden?
Der Betriebsrat informiert über seine Arbeit

Was genau ist der Betriebsrat?

“Was denkt Ihr, ist ein Betriebsrat und wofür könnte er gut sein?” Diese Frage ist einer der ersten Fragen, die Sie der Belegschaft beantworten sollten. So hat jeder das gleiche Grundwissen und,weiß, wofür Sie als Betriebsrat da sind.

So z. B. können Sie als Betriebsrat die Belegschaft informieren:

Habt Ihr Euch schon einmal gefragt, was genau ein Betriebsrat ist und wofür er gut ist? Ein Betriebsrat ist ein Gremium, dass zwischen Euch und der Geschäftsleitung vermitteln kann. Dabei setzen wir uns für Eure Grundinteressen ein und bringen Demokratie in unsere Arbeitswelt. Durch unsere Aufgaben und Pflichten wollen wir für Transparenz und Rechtssicherheit sorgen. Aber wir unterstützen Euch auch bei vielen anderen wichtigen Themen wie Arbeitszeiten, Pausen und Schichtplänen, aber auch Entgelt und Urlaub. Der Betriebsrat ist für jede/n Arbeitnehmer*in eine Anlaufstelle für Probleme sein und ist ein sicherer Ort für einen Austausch.

Warum gibt einen Betriebsrat?

Für die Kolleg*innen ist es wichtig zu wissen, warum es einen Betriebsrat gibt, damit sie Betriebsratsarbeit akzeptieren und schätzen. In diesem Fall kann der Betriebsrat seiner Arbeit nachgehen und viele Vorteile für den Betrieb schaffen.

Welche Vorteile ein Betriebsrat mit sich bringt, kann man sehr schnell erkennen, wenn man Unternehmen, die einen Betriebsrat haben, mit Unternehmen vergleicht, die keinen Betriebsrat haben. In Betrieben, die einen Betriebsrat haben, ist z. B. die Produktivität um 6 % höher, die Löhne >10 % höher als in Betrieben ohne einen Betriebsrat und die Fluktuationsrate um 7-10 % niedriger. Um den Austausch anzuregen, gehen Sie gerne mit Fragen auf Ihre Kolleg*innen zu, wie z. B.:

Habt ihr schon einmal überlegt, wie die Urlaubsplanung in Betrieben ohne Betriebsrat aussieht? Oder wie viel Prozent mehr Gehalt Angestellte in Betrieben mit Betriebsräten bekommen?

In Betrieben, mit einem Betriebsrat, habt ihr im Schnitt 1,3 Tage mehr Urlaub. Und die Gehälter sind durchschnittlich 10 % höher. Ein Betriebsrat kann also viele Vorteile haben, wie z.B. höhere Löhne oder auch mehr Arbeitszeitflexibilität und mehr Urlaubstage. Durch effektives Mitbestimmen können wir zusammen noch mehr erreichen. Durch Betriebsratsarbeit haben wir bereits… erreicht. 

Lesen Sie unseren Beitrag für weitere Vorteile, die Betriebe mit Betriebsrat mitbringen. Einige weitere Vorteile sehen Sie in der folgenden Grafik .

Vorteile eines Betriebsrates durch vertrauensvolle Zusammenarbeit
Quelle: Hans Böckler Stiftung 2017

Was sind Ihre Aufgaben und Möglichkeiten?

Grundsätzlich ist es die Aufgabe des Betriebsrates, die Grundinteressen der Arbeitnehmer*innen gegenüber den Arbeitgeber*innen zu vertreten. Dazu zählen u.a. die Beschäftigungssicherung, die Arbeitszeit, Arbeitsentgelt und die Gesundheitspolitik. Ihnen als Betriebsrat ist das ganz klar, ganz anders sieht es bei der Belegschaft aus. Hier fehlt häufig das Wissen über die Vielfalt und Komplexität betriebsrätlicher Aufgaben, aber auch über den Nutzen der Betriebsratsarbeit für die Belegschaft. Klären Sie die Belegschaft auf, um die Akzeptanz für Ihre Arbeit zu steigern. Das könnte so aussehen:

Als Betriebsrat ist es unsere Aufgabe für Eure Anliegen einzutreten und uns für Eure Interessen starkzumachen. Dafür setzen wir auf regelmäßigen Austausch und Feedback.

Unsere Aufgaben sind z. B.:

  • Die Beschäftigung im Betrieb fördern und sichern
  • Sich den Anliegen und Wünschen der Belegschaft annehmen und geeignete Maßnahmen für diese zu finden
  • Sich für diese Interessen starkmachen
    • Arbeitsschutz wie z.B. Kündigungen und Arbeitszeiten
    • Arbeitsrecht z.B. Entgelt und Urlaub
    • Arbeitssicherheit z.B. Gesundheit

Unsere Ziele und Visionen sind […]

Ergänzen Sie unbedingt Ihre individuellen und betriebsbezogenen Ziele und Visionen für die Betriebsratsarbeit.

Vorstellung des Betriebsrates

Der Betriebsrat informiert über seine Arbeit

Bei welchen Fragen kann sich die Belegschaft an Sie wenden?

Grundsätzlich kann sich jede/r Arbeitnehmer*in mit allen Fragen, Anliegen und Anmerkungen an Sie wenden und Sie können, falls nötig weiter Schritte besprechen und einleiten.  Wenn die Belegschaft das allerdings nicht weiß, wird der Betriebsrat nicht dazu in der Lage sein als Interessenvertretung aufzutreten. Damit Sie die Interessen der Belegschaft auch vertreten können, müssen Sie offen für Gespräche sein und Ihren Kollegen und Kolleginnen zur Verfügung stehen. Der Betriebsrat auch eine Anlaufstelle für sensiblere Themen und sollte daher ein sicherer Ort sein. Ein Ort, an dem sich Personen wohl und willkommen fühlen, um offen über Probleme und Konflikte zu sprechen. Um dieses Vertrauen aufzubauen, treten Sie regelmäßig mit der Belegschaft in Kontakt und klären Sie über ihre Aufgaben, Möglichkeiten, Ziele und Visionen auf.

Grundsätzlich könnt ihr mit allen Fragen zu uns kommen. Eure persönlichen Daten werden nach §79a Datenschutz vertraulich behandelt. Falls wir Euch einmal doch nicht weiterhelfen können, dann leiten wir Euch oder Euer Anliegen, an die dafür zuständigen weiter. Ihr habt Anliegen oder Wünsche? Ihr wollte mehr über unsere Arbeit und Möglichkeiten erfahren? Dann kommt persönlich vorbei oder schreibt uns eine E-Mail. Wir sind offen für Gespräche und freuen uns über Euer Feedback.

Öffentlichkeitsarbeit als Werkzeug

Die Öffentlichkeitsarbeit ist dabei ein gutes Werkzeug, um Aufmerksamkeit für die Arbeit des Betriebsrates zu bekommen und sich als Betriebsrat vorzustellen. So können Sie auch in den direkten Dialog mit den unterschiedlichen Arbeitnehmer*innen treten können. Durch z. B. Betriebsrundgänge oder Betriebsversammlungen lernen Sie Ihre Kolleg*innen persönlich kennen und können einen Austausch starten. Neben den Betriebsrundgängen gibt es noch weitere Kommunikationskanäle. Berücksichtigen Sie bei der Wahl dieser Kanäle auch die eigene Betriebskultur wie z.B. den zwischenmenschlichen Umgangston oder auch den (Internet-)Auftritt. Und orientieren Sie sich an bereits genutzten Kommunikationswegen. z. B.:

  • Newsletter
  • Intranet Anzeigen/Aushänge
  • Aushänge Schwarzes Brett
  • Betriebsrundgänge für persönliche Gespräche

Aber auch kreative Kommunikationswege sind möglich. So können Ihre Kolleg*innen über Ihre Arbeit als Betriebsrat informiert werden. Bei der Gestaltung sollte auch beachtet werden, die Inhalte in leichter Sprache zu verfassen und in Sprachen, die im Betrieb vertreten sind. Wenn Arbeitnehmer*innen im Urlaub, krank, Elternzeit oder auch im Homeoffice sind, müssen die Bekanntmachungen zu ihnen gelangen. Bei der Wahl der Kommunikationswege muss also auch überlegt werden, wie Sie die Arbeitnehmer*innen erreichen, die nicht im Betrieb präsent sind.

Für bereits visuell aufbereitete Informationen über den Betriebsrat, dessen Aufgaben und Vorteile, sowie Ihre Vorstellung als Betriebsrat können Sie unsere Vorlage nutzen:

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