Betriebliche Weiterbildung

Trendbericht

Die Rahmenbedingungen für Weiterbildung haben sich verändert:

Durch

  • Globalisierung,
  • Digitalisierung,
  • demografische Entwicklung,
  • Tarifverträge und
  • neue betriebliche Kooperationen.

Die 2010er Jahre brachten in der Wirtschaft, in der Gesellschaft und auf betrieblicher Ebene bedeutsame Entwicklungen für die Weiterbildung mit sich: 

  • die Globalisierung der Wirtschaft und die
  • fortschreitende Durchdringung betrieblicher Prozesse durch digitale Anwendungen;
  • die demografische Entwicklung der Gesellschaft mit drohenden Fachkräfteengpässen und in Teilbereichen auch Fachkräftemangel;
  • die in verschiedenen „Leitbranchen“ der Wirtschaft abgeschlossenen Tarifverträge mit
    Regelungen zur Weiterbildung;
  • neue Formen der Kooperation betrieblicher Akteure auf dem Feld der Weiterbildung unter Einbezug öffentlicher Förderung; eine wachsende Beteiligung der Beschäftigten an Weiterbildung und die Rolle der Betriebe dabei; und nicht zuletzt das nach wie vor alte und
    neue Thema der
  • Rolle der Mitbestimmung.

Winfried Heidemann hat 71 neuere Vereinbarungen analysiert. Die Schwerpunkte liegen hier bei betrieblicher Bildungsplanung und individueller Qualifikationsförderung, bei der Digitalisierung der Weiterbildung durch E-Learning sowie bei Qualifizierung im Kontext betrieblicher Digitalisierung und Unternehmensrestrukturierung.

Wandel in der betrieblichen Weiterbildung

Ein Vergleich der Auswertungen zeigt über die Jahre hinweg einen bemerkenswerten Wandel der betrieblichen Weiterbildung.

  • Der Anteil von Vereinbarungen, die ausdrücklich zur Weiterbildung abgeschlossen wurden (originäre Weiterbildungsvereinbarungen), hat kontinuierlich abgenommen.
  • Der größere Anteil der Vereinbarungen dieses Trendberichts wurde zu anderen betrieblichen Regelungsfeldern abgeschlossen, wobei jeweils Aspekte der Weiterbildung und/oder Qualifizierung „mitgeregelt“ wurden. Damit ist Weiterbildung immer mehr ein „Huckepack-Thema“ betrieblicher Vereinbarungspolitik geworden.
  • Die Vereinbarungen sind im Durchschnitt erheblich umfangreicher geworden. Die Herauslösung einzelner Formulierungen ohne Bezugnahme auf den Gesamtzusammenhang ist oft kaum möglich, da sie in einem „ganzheitlichen“  Zusammenhang stehen.
  • Qualifizierung statt Weiterbildung: Es gibt einen  Wandel der Weiterbildungsart: Lernen für die Bewältigung begrenzter betrieblicher Vorhaben und nicht für die je eigene berufliche Entwicklung. 
  • In zwei wesentlichen Aspekten unterscheiden sich originäre Weiterbildungsverein-barungen von Vereinbarungen zu anderen betrieblichen Regelungsfeldern, in denen Sachverhalte betrieblicher Qualifizierung mitgeregelt werden:
    • Die originären Vereinbarungen dieser Auswertung regeln die Verfahren betrieblicher Bildungsplanung, die Feststellung betrieblichen und individuellen Weiterbildungs-bedarfs (insbesondere durch Mitarbeitergespräche), die Bedingungen für E-Learning und die Bedingungen für die Freistellung für individuelle Weiterbildung der Beschäftigten nach den einschlägigen Tarifverträgen.
    • Demgegenüber regeln Vereinbarungen zu anderen Regelungsfeldern Aspekte anlassbezogener Qualifizierung, soweit sie für die Durchführung der oft umfassenderen Anlässe (z.B. die Einführung eines neuen IT-Systems) nötig ist.

Download Trendbericht (pdf): Hans Böckler Stiftung

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