Die Einführung des BGM erfolgt in vier Schritten.

Zunächst erfolgt die Gefahrenanalyse, anschließend werden konkrete Maßnahmen zur Gesundheitsförderung oder zu Organisationsänderungen festgehalten. Im dritten Schritt erfolgt die Umsetzung dieser Maßnahmen, welche im vierten und letzten Schritt bewertet werden.

Schritt 1: Analyse – Instrumente

Zu den wichtigen Analyse – Instrumenten gehören die Gefährdungsbeurteilung, Fehlzeitenanalyse, biometrische Daten, Gesundheitszirkel, Workshops und Mitarbeiterbefragungen, die im Folgenden näher erläutert werden.

–          Gefährdungsbeurteilung:

Die Gefährdungsbeurteilung ermittelt, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes, basierend auf dem Arbeitsschutzgesetz §§v5, 6 des Arbeitsschutzgesetzes, § 3 der Betriebssicherheitsverordnung, § 6 der Gefahrstoffverordnung und §§ 89, 90 des Betriebsverfassungsgesetzes, erforderlich sind und zwingend durchgeführt werden müssen. Entscheidend ist, dass Gefährdungen nicht bestehende Gefahren sind, sondern ebenfalls mögliche Gefährdungen, die im Vorfeld erkannt und mit  entsprechenden Maßnahmen begegnet werden müssen.
Eine Gefährdungsbeurteilung wird außerdem nach § 3 des ArbMedVV und nach § 3 der BildscharbV vorausgesetzt.
Eine Liste der Gefährdungen, sowie Hilfe gibt es bei Berufsgenossenschaften, der Gewerbeaufsicht, den Gewerkschaften und den Betriebsräten.

–          Fehlzeitenanalyse

Mit Hilfe der Fehlzeitenanalyse ist es einem Unternehmen möglich die Fehlzeiten der Arbeitnehmer bis zu 25% zu senken.

–          Gesundheitszirkel

Der Gesundheitszirkel dient gleichermaßen als Analyse-Instrument zur Ermittlung der Belastungen der Arbeitnehmer, aber auch als Maßnahme zur Förderung der Kommunikation in Unternehmen. Mitarbeiter aus verschiedenen Ebenen und Bereichen eines Unternehmens sollten hier vertreten sein und thematisieren Arbeitsbelastungen und Vorschläge zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen.

–          Workshops und Mitarbeiterbefragungen

Durch Workshops und Mitarbeiterbefragungen werden die Arbeitnehmer in den Prozess des BGM integriert und Probleme der Arbeitnehmer werden in dieser Strategiephase mit aufgenommen
–              MASSNAHMENANALYSE
Nach dem ersten Durchlauf müssen die Ergebnisse der umgesetzten Maßnahmen bewertet werden (Evaluierung). Danach wird im Sinne eines „kontinuierlichen Verbesserungsprozesses“ geändert oder nachjustiert. Für die Analyse selbst müssen ggf. spezielle Techniken eingesetzt werden, da nicht alle Ergebnisse einfach messbar sind! (Stichwort: BSC – Balanced Scorecards)

Schritt 2: Strategie Entwicklungsphase

In dieser Phase werden alle Vorbereitungen, wie Festlegung der Ziele, Handlungsfelder, zielführende Aktionen und Prozesse, für die Durchführung des BGM festgelegt.
Hier unterscheidet man drei große Ansätze: Verhaltensprävention, Verhältnisprävention und Systemprävention.
(gesundes Miteinander: ganzheitlich gesunder Umgang mit Menschen, Umgang und Abläufen in Unternehmen)

3. Schritt: Umsetzung

Der dritte Schritt ist die Umsetzung der Analyse- und Strategiephase. Hierbei ist besonders wichtig, dass die Ziele nicht nur umgesetzt werden, sondern dass die Verantwortung zur Durchführung in der Hierarchie des Unternehmens direkt der Geschäftsführung unterstellt wird. Die Position eines Managers für das betriebliche Gesundheitsmanagement muss auf Dauer angelegt sein und nach der Durchführung und der Überprüfung der Einführung des BGM erhalten bleiben. Nur so wird langfristig Nachhaltigkeit für ein BGM erreicht werden können. Dementsprechend entsteht auch nur dann eine win-win Situation für das Unternehmen und die Arbeitnehmer.
Beispielhaft sieht ein BGM – Modell folgendermaßen aus:
Quelle: Wienemann, Elisabeth; Schumann, Günter (2011): Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Ein Leitfaden für die Praxis. S.96

4. Schritt: Bewertung

Im letzten Schritt wird ermittelt, ob die Ziele, die in Schritt zwei festgelegt worden sind, durchgesetzt oder teilweise durchgesetzt werden konnten. An die Bewertung der Ergebnisse sind besondere Anforderungen zu stellen, da nicht alle Ergebnisse eines BGM einfach messbar sind (wie der Krankenstand z. B.). Zur Ermittlung der wesentlichen Ergebnisse, wie Verbesserung der Unternehmenkultur, Motivation der Beschäftigten, Reduzierung von psychischem Stress, muss auf andere Verfahren (wie BSC) zurück gegriffen werden.

Die DIN SPEC 91020 sieht hier 4 Schritte mit der folgenden Beschreibung vor: PDCA-Zyklus (en: Plan-Do-Check-Act)

Am Ende ist der Kreisprozess der Gleiche.

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