Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Ein Zustand vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefinden wird heute als Gesundsein definiert (Weltgesundheitsorganisation, WHO). Dabei ist die Fähigkeit  und Motivation, ein wirtschaftliches und sozial aktives Leben zu führen, heute das Ziel eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (Ottawa Charta, 1986).

Für die Gesellschaft und die Unternehmen ist  BGM heute eine strategische Aufgabe und ein Unternehmensziel mit mehreren Dimensionen. Die Begrenzung des Schadens durch Krankheit (ca. 5% des Bruttosozialproduktes), sowie die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunftssicherung sind die Leitkorridore, an denen sich ein BGM ausrichten muss. Demographischer Wandel, bei einer ständig zunehmende Arbeitsbelastung, sind die Triebkräfte.Während der Arbeitsschutz und die Suchtprävention auf eine über 100 jährige Entwicklung zurückblicken können, sind andere Elemente des BGM, wie Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) und Betrieblicher Umweltschutz erst seit 30 Jahren in der Entwicklung. In der klassischen Betrachtung ist das BGM die Klammer (graphisch auch häufig das Dach) dieser betrieblichen Aktivitäten zu Verbesserung des betrieblichen Gesundheitsschutzes. Explizit wurde diese Klammer erstmalig in der DIN SPEC 910020 im Juli 2012 beschrieben und als „Implementierung in die DIN 9001“ vorgeschlagen.

Diese Implementierung ist als Werkzeug der Umsetzung eines BGM aus dem Ziel der Nachhaltigkeit  eines BGM entstanden. Alle vorgenannten Einzelelemente haben einzeln betrachtet in der Regel keine Nachhaltigkeit gezeigt, mit der Ausnahme des Arbeitsschutzes, der umfangreich gesetzlich geregelt und betrieblich längst implementiert ist.
Im betrieblichen Umsetzungsprozess sind im Idealfall alle betrieblichen Akteure beteiligt: Geschäftsführung, Personalabteilung,  Führungskräfte, Betriebsräte oder Personalräte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Externe Unterstützung von Seiten des Betriebsarztes, der Krankenkassen oder anderer externer Spezialisten kommen hinzu.  Diese Akteure bilden dann einen Gesundheitszirkel oder einen Arbeitskreis Gesundheit, der die Aufgabe hat, das BGM umzusetzen.

Für einen erfolgreichen Umsetzungsprozess und der Forderung nach Nachhaltigkeit sind weitere Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Eine ständige Evaluierung der Ergebnisse der einzelnen betrieblichen Maßnahmen
  • Eine ständige Diskussion über den Verbesserungsprozess und die Anpassung der Maßnahmen

Im Rahmen dieser neuen betrieblichen Anforderungen gibt es eine Vielzahl von neuen Ausbildungen für jedes der Teilsegmente eines BGM oder des Gesamtsystems.

Im Mittelpunkt der Bemühungen muss jedoch der betriebliche Konsens über die Ziele des BGM und die Entschlossenheit, diese zu erreichen, stehen.

Seminar für Betriebsräte zu diesem Thema: Betriebliches Gesundheitsmanagement

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