Definition

Die Transfergesellschaft ist ein arbeitsmarktpolitisches Instrument, das (indirekt) in § 110 SGB III (bis 31. März 2012: § 216b SGB III a.F.) definiert ist. Transfergesellschaften verfolgen den Zweck, konkret von  Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeitern eines Betriebes im Rahmen einer maximal einjährig befristeten Beschäftigung neue Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln.

Quelle: „Wikipedia“

Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Transfergesellschaft

Weitere Fragen werden im Bereich: Fragen & Antworten zur Transfergesellschaft beantwortet!

Link Transfergresellschaft: http://www.ags-info.de/cms/ueber-uns/wir-ueber-uns-grundsaetze.php?navanchor=1010001

Was mache ich in der Transfergesellschaft?

Das Profiling bietet die Grundlage zur prüfen, wie ihre Vermittlungschancen sind oder ob eine Qualifizierung oder Weiterbildung erforderlich ist. Hierzu gibt es häufig auch  Orientierungsseminare.

In weiteren Seminaren lernen Sie das Erstellen von Bewerbungsunterlagen und die intensive Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche.

Ist im Rahmen des Profilings oder der Orientierungsseminare die Idee entstanden sich selbstständig zu machen, werden hierzu entsprechende Untersützungsmaßnahmen (Seminare und/oder Berater) ausgewählt.

Im weiteren Verlauf der Transferzeit werden die für Sie relevanten Maßnahmen geplant und umgesetzt.

Achtung: Die Transfergesellschaft sollte man sich besonders gut vorher anschauen. Sollte eine Verweildauer von 12 Monaten vereinbart sein (das ist der maximale Zeitrahmen), dann bestehen naturgemäß mehr Möglichkeiten der Qualifizierung und individuellen Gestaltung der Zukunft.

Die in der Betriebsvereinbarung zur Transfergesellschaft vereinbarten zusätzlichen Mittel für die Qualifizierungsmaßnahmen stecken natürlich auch den Handlungsrahmen ab, auch wenn noch zusätzliche Mittel der Agentur für Arbeit oder des Europäischen Sozialfonds eingeworben werden können.

Wie lange dauert die Gründung einer Transfergesellschaft?

Die Gründung einer Transfergesellschaft dauert nur wenige Tage. Voraussetzung ist, dass sich Betriebsrat und Arbeitgeber einig sind.

  • Eine Transfergesellschaft muss weder eingetragen noch genehmigt werden.
  • Erforderlich ist lediglich die Anmeldung bei der Agentur für Arbeit.

Gute Transfergesellschaften beraten den Betriebsrat bei der Verhandlung mit dem Arbeitgeber und stellen

  • Muster-Arbeitsverträge
  • Muster-Aufhebungsverträge und
  • eine gut ausgearbeitete und erpobte Betriebsvereinbarung zur Transfergesellschaft

im Entwurf zur Verfügung.

SeminarangebotDie Transfergesellschaft und ihre Umsetzung

 

Welche Vorraussetzungen bestehen für eine Transfergesellschaft?

 

Welche Voraussetzungen bestehen für eine Transfergesellschaft?

Vereinfacht lässt sich sagen, dass jede Restrukturierung, die einen Sozialplan oder eine Massenentlassungsanzeige erfordert, i.d.R. auch die Voraussetzungen für eine Transfergesellschaft erfüllt.

Mindestens 6 Arbeitnehmer oder 5% der Belegschaft müssen von einer Restrukturierung betroffen sein, damit eine Transfergesellschaft eingerichtet werden kann.

Dabei kann auch nur ein einzelne/r Mitarbeiter/in in die Transfergesellschaft übertreten.

Beratungsangebot:

 

Darf ich nach einem Eintritt in eine Transfergesellschaft umziehen?

Darf ich nach einem Eintritt noch einmal umziehen? Eventuell sogar ins Ausland? Da ich da eventuell eine bessere Vermittlungschance habe?

Ein Umzug ist natürlich jederzeit möglich. Ein Umzug ins Ausland aus der TG ist ebenfalls möglich. Im Hinblick auf die Frage, ob danach auch weiter Transferkurzarbeitergeld bezogen werden kann, ist u. a. die individuelle „Arbeitsmarktverfügbarkeit des Kollegen“ entscheidend. Das schließt sowohl eine nachweislich aktive Bewerbung ein, als auch die Wahrnehmung aller von der Agentur für Arbeit und der Transfergesellschaft veranlassten Termine.

Realistische Weise ist dies bei einem Umzug ins Ausland sehr fraglich!

Was ist ein „realistisches Aktivitäten-Budget“ in einer Transfergesellschaft?

Die genaue Höhe des Aktivitäten-Budgets muss zwischen den Betriebsparteien verhandelt werden. Angesichts der aktuellen ESF-Situation (2012) sollte hier mindestens ein Budgets von 3.500 € pro Mitarbeiter veranschlagt werden. Klar, je höher das Budget ist, desto aufwendiger kann eine Vermittlungsmaßnahme unterstützt werden.

Das sogenannte Aktivitätengebot des SGB III ist für Qualifizierungsmaßnahmen, Vermittlungsunterstützung, Mobilitätszuschüsse, Umzugshilfen etc.) vom Arbeitgeber bereit zu stellen.

 

Was passiert, wenn ich in der Zeit in der Transferzeit keine neue Arbeit finde?

Sollte Sie in keinen neuen Arbeitsplatz gefunden haben, so müssen Sie sich rechtzeitig vor Ende der Transferzeit „arbeitslos“ melden. Eine „gut ausgewählte Transfergesellschaft“ sorgt für die Einhaltung aller notwendigen Regelungen!

Ab dem Ende der Transferzeit beziehen Sie dann Arbeitslosengeld I. Die Höhe des Arbeitslossengeldes bemisst sich an Ihrem Einkommen aus dem Zeitraum vor Eintritt in die Transfergesellschaft.

Sie verlieren also keine Ansprüche, obwohl ihr Einkommen in der Transfergesellschaft geringer war als in ihrer Arbeit zuvor.

Bin ich mit dem Wechsel in die Transfergesellschaft arbeitslos?

Nein!

Sie beziehen in dieser Zeit Transferkurzarbeitergeld und sind „arbeitssuchend„.

Dieser Status hat keinen Einfluss auf die Dauer eines anschließenden Bezugs von Arbeitslosengeld I, wenn ein Anspruch besteht.

Wie ist das Einkommen in der Transfergesellschaft?

Das Transferkurzarbeitergeld (KUG) bildet die finanzielle Basis für das Einkommen in der Tansfergesellschaft.

Das KUG ist so hoch ist wie das Arbeitslosengeld I. Bei vielen Transferprojekten wird dieser Betrag im Rahmen der Sozialplanverhandlungen noch aufgestockt. In vielen Fällen zahlen die abgebenden Unternehmen bis zu 85% des früheren Einkommens. Ein Aufstockung von 15% bis 20% wird häufig vereinbart.

Wie geht das, wenn Ich mich selbstständig machen möchte?

Sie können sich im Rahmen einer Transfergesellschaft auch selbstständig machen.

Das Beratungsangebot einer Transfergesellschaft beinhaltet bei Bedarf auch Kurse für die Existenzgründung oder/und die Unterstützung von speziellen Exisitenzgründungs-Beratern.

Wichtig ist, dass der Betiebsrat im Rahmen der Verhandlungen zum Sozialplan und der Betriebsvereinbarung zur Transfergesellschaft für alles besonderen Aktivitäten der Transfergesellschaft ein Budget mit dem abgebenden Unternehmen vereinbart hat.

Auch hier gilt: Suchen Sie sich die Transfergesellschaft sorgfältig aus!

Wie ist das mit der Weiterbildung in der Transfergesellschaft?

Im Mittelpunkt vieler Transfergesellschaften steht zunächst das Profiling. Dadurch soll ermittelt werden, in welchem Umfang Sie für Ihre Vorstellungen eines neuen Arbeitsplatzes weiter qualifiziert oder ausgebildet werden müssen. Damit ist Ihre Qualifizierung, eine gezielte Fort- und Weiterbildung für den Erfolg der Transfermaßnahme sehr wichtig.

Zeitlich ist eine mögliche Weiterbildung und Qualifizierung natürlich auf die Laufzeit der Transfergesellschaft beschränkt.

Eine Weiterbildung und Qualifizierung muss in der Zeit Ihrer Beschäftigung in der Transfergesellschaft  beginnen und enden.

Um Qualifizierungsmaßnahmen durchfürhen zu können, muss optimaler Weise mit dem ehemaligen Arbeitgeber ein entsprechendes Budget im Sozialplan oder der Betriebsvereinbarung zur Transfergsellschaft vereinbart werden. Aufstocklungen dieses Budgets mit den Mittel der Agentur für Arbeit oder des Europäischen Sozialfonds sind jedoch im Einzelfall möglich.

 

Urlaubsansprüche in der Transfergesellschaft?

Auch in der Transfergesellschaft haben Sie Urlaubsansprüche.

Der Umfang wird durch die Bestimmungen des KUG (der Agentur für Arbeit) geregelt. Für Schwerbehinderte erhalten  entsprechend dieser Regelungen mehr Urlaubstage.

Alle Details sollten in einer Betriebsvereinbarung zur Transfergesellschaft gerregelt sein.

 

Was passiert, wenn ich in der Zeit der Transfergesellschaft eine neue Arbeit finde?

Die neue Arbeit kann unter ganz verschiedenen Umständen angeboten werden oder – ggf. auf Ihren Wunsch hin – durchgeführt werden. Dann kann vereinbart werden:

  • Ob Sie die neue Arbeit im Rahmen eines neuen Arbeitsvertrages annehmen.
    Dann scheiden Sie einfach aus der Transfergesllschaft – ohne Kündigungsfrist – aus.
  • Ob Sie die neue Arbeit als Probezeit beginnen.
    In diesem Fall könnte vereinbart werden, dass Sie in dem Fall, dass Sie nicht in eine Festanstellung übernommen werden, zurückkommen in die Transfergesellschaft. Voraussetzung ist, das der Zeitpunkt noch im Rahmen ihrer persönlichen Laufzeit liegt.
  • Ob sie die neue Arbeit im Rahmen eines Praktikums beginnen.
    In diesem Fall könnte geregelt werden, dass die Transfergesellschaft eventuell die Differenz zu Ihrer geringeren Bezahlung im Praktikumsverhältnis aufstockt.

Es besteht offensichtlich ein großer Gestaltungsrahmen, sofern eine gute Vereinbarung mit Ihrem alten Arbeitgeber in der Betriebsvereinbarung zur Transfergesellschaft getroffen wurde.

Zusätzlich kann noch eine sogenannte „Spinterprämie“ vereinbart werden. D. h., das Geld, dass durch ihre frühe Vermittlung eingespart wurde, wird Ihnen zu xy% (häufig 50%) als zusätzlicher Anreiz einen Arbeitsplatz anzunehmen, ausgezahlt, deren Höhe sich daran bemisst, wie viele Laufzeitmonate der Transferzeit von Ihnen nicht genutzt wurden.

 

Muss ich ein Arbeitsplatzangebot annehmen?

Bei allen  Vermittlungsvorschläge bleibt es Ihre Entscheidung, ob Sie den Arbeitsplatz annehmen.

Allerdings ist der Sinn der Transfergesellschaft, Sie so schnell wie möglich in eine neue Arbeit zu vermitteln. Diese neue Arbeit sollte jedoch Ihren Erwartungen entsprechen.

 

Welche Auswirkungen hat eine Abfindung beim Eintritt in die Transfergesellschaft?

Eine Abfindung hat i. d. R. keine Auswirkungen auf den Eintritt in die Transfergesellschaft.

Abfindungszahlungen führen in der Regel nicht zu einer späteren Sperrzeit bei dem Bezug von ALG I (§ 144 SGB III).

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