Warum sollte ein BR gewählt werden?

Die wichtigsten Argumente, einen Betriebsrat zu wählen:

  • Mitbestimmung und demokratische Teilhabe ist die Grundlage unserer Gesellschaft.
  • Die Ausgestaltung der Arbeit ist ein wesentlicher Anteil der Gestaltung des Lebens.
  • Arbeitnehmer haben durch die Wahl eines Betriebsrates umfangreiche Rechte, auf die nicht verzichtet werden sollte!
  • Durch Information, Beratung und Mitbestimmung wird die Beteiligung der Arbeitnehmer an der betrieblichen Wirklichkeit gestaltet.
  • Der Betriebsrat:
    – gestaltet Arbeitszeiten mit
    – prüft Lohn oder Gehalt
    – ist an der Sicherung der Beschäftigung beteilig
    – berät bei Änderungen im Betrieb mit dem Arbeitgeber und informiert die Belegschaft
    – wirkt bei der Personalplanung mit und kann
    – Personalabbau verhindern oder abmildern
    – sorgt für gleiche Chancen im Betrieb
    – überwacht die Einhaltung aller für den Betrieb wichtigen Gesetze (Arbeitsschutz, Umweltschutz, Gleichbehandlung, Mutterschutz, … und > 40 weitere Gesetze)
    – ist bei Kündigungen zu beteiligen
    – setzt eigene Schwerpunkte im Betreib (wie betrieblicher Gesundheitsschutz oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder ….)
    – … und viele weitere Einflussmöglichkeiten!

Wie gehe ich bei der Gründung eines Betriebsrates vor?

Eine Betriebsratsgründung sollte niemals das Projekt einer Einzelperson sein. Folgendes Vorgehen wird empfohlen:

  • Sichern Sie sich die Unterstützung von möglichst vielen Kollegen (ggf. außerhalb der Arbeitszeit).
  • Finden Sie mindestens drei Kollegen, die mit Ihnen die Wahl eines Betriebsrates durchführen wollen.
  • Suche Sie ggf. die Unterstützung einer Gewerkschaft zur Durchführung der Betriebsratswahl.
  • Bilden Sie zunächst einen Wahlvorstand aus mindestens 3 Mitgliedern.
  • Laden Sie zu einer Betriebsversammlung ein und stellen Sie sich zur Wahl.
  • Auf dieser Betriebsversammlung wählen dann die Mehrheit der Kollegen den Wahlvorstand (der muss immer eine ungerade Anzahl von Mitgliedern haben, Minimum 3).

Der Arbeitgeber sollte erst dann informiert werden, wenn der Wahlvorstand gegründet werden kann, direkt vor der Einladung zur Betriebsversammlung.


Bei der Gründung des Betriebsrates muss auch das Wahlverfahren klar sein.

Vereinfachtes Wahlverfahren:

  • Es ist ein vereinfachtes Wahlverfahren durchzuführen, wenn in Ihrem Unternehmen bis zu 50 wahlberechtigte Mitarbeiter tätig sind (§ 14a BetrVG).

Normales Wahlverfahren:

  • Wenn in Ihrem Unternehmen mehr als 50 wahlberechtigte Mitarbeiter tätig sind findet das normale Wahlverfahren nach § 14 BetrVG statt.

Wer Wahlanfechtungen vermeiden will, sollte gut informiert sein. Damit Sie keine Fehler machen, empfehlen wir dringend Unterlagen, wie die Wahlunterlagen vom Bund-Verlag zu nutzen und eine Schulung zum Wahlvorstand, wie diese hier, zu besuchen.

Wer kann die Initiative zur Gründung eines Betriebsrates ergreifen?

Besteht überhaupt kein Betriebsrat, so wird in einer Betriebsversammlung, zu der

  • drei Arbeitnehmer oder
  • eine im Betrieb vertretene Gewerkschaft

einladen, ein mindestens dreiköpfiger Wahlvorstand gebildet.
Besteht bereits ein Betriebsrat, so benennt dieser den Wahlvorstand. Falls er dies nicht tut, so wird das Arbeitsgericht auf Antrag von drei Wahlberechtigten oder einer Gewerkschaft tätig.

Wann kann ich einen Betriebsrat gründen?

Ein Betriebsrat kann zu jeder Zeit gegründet werden!
Wichtig ist, dass mindestens fünf unbefristet beschäftigte, wahlberechtigte Mitarbeiter im Betrieb beschäftigt sein. Die ersten drei Arbeitnehmer, die sich für die Wahl des Betriebsrates und die Einberufung einer Wahlversammlung zur Wahl des Wahlvorstandes im Betrieb einsetzen (durch Aushang zur Einberufung der Wahlversammlung) besitzen nach dem neuen § 15 Abs. 3a Kündigungsschutzgesetz (KSchG) einen besonderen Kündigungsschutz, vom Zeitpunkt der Einladung zur Wahlversammlung bis zur Bekanntgabe des Wahlergebnisses der Betriebsratswahl.

Wer darf für den Betriebsrat kandidieren?

Die Voraussetzung ist, dass mindestens fünf unbefristet beschäftigte, wahlberechtigte Mitarbeiter im Betrieb beschäftigt sind. Wenn der Betrieb erst seit 6 Monaten besteht, gilt diese Frist nicht. Auch Mitglieder des Wahlvorstandes können sich wählen lassen, ausgenommen sind nur Leiharbeitnehmer/innen.
Selbstverständlich besitzen auch ausländischen Kolleg/innen das aktive und passive Wahlrecht – die Staatbürgerschaft spielt bei  Betriebsratswahlen keine Rolle.

Besondere Qualifikationen brauchen die Kandidaten nicht. Das notwendige Fachwissen über Gesetze und Tarifverträge sollten (müssen) sich die frisch gewählten Betriebsratsmitglieder nach der Wahl aneignen. Geeignete Seminare finden Sie zum Beispiel hier.

Eine der Informationsquellen für Betriebsräte im Netz ist soliserve. Hier finden sich auch Checklisten für die Betriebsratswahl, z. B. eine für die Wahlberechtigung.

Wer darf den Betriebsrat wählen?

Fast jeder/e im Betrieb darf den Betriebsrat wählen. Voraussetzung ist ein Alter von 18 Jahren.
Zu den Wahlberechtigten zählen auch die

  • volljährigen Auszubildenden,
  • Praktikanten,
  • befristet oder teilzeitig Beschäftigten und
  • Aushilfen.
  • Auch die Leiharbeitnehmer/innen gehören dazu, wenn sie länger als drei Monate im Betrieb eingesetzt sind.
  • Jeder Arbeitnehmer kann einen Betriebsrat für seinen Betrieb gründen. Suchen Sie sich ggf. die Unterstützung der Gewerkschaften.
    Bei mindestens fünf wahlberechtigten Beschäftigten ist es möglich, einen Betriebsrat zu gründen. Dabei hängt die Größe des Betriebrats von der Größe des Betriebes ab. Die ersten drei Arbeitnehmer, die sich für die Wahl des Betriebsrates und die Einberufung einer Wahlversammlung zur Wahl des Wahlvorstandes im Betrieb einsetzen (durch Aushang zur Einberufung der Wahlversammlung) besitzen nach dem neuen § 15 Abs. 3a Kündigungsschutzgesetz (KSchG) einen besonderen Kündigungsschutz, vom Zeitpunkt der Einladung zur Wahlversammlung bis zur Bekanntgabe des Wahlergebnisses der Betriebsratswahl.
    • Bei weniger als 20 wahlberechtigten Mitarbeitern, besteht der Betriebsrat aus einer Person.
    • Ab 20 Wahlberechtigten aus mehreren Personen.
    • Ab 200 Beschäftigten muss die Betriebsleitung regelmäßig ein oder mehrere Betriebsratsmitglieder von der Arbeit freistellen.

    Näheres im Gesetz § 9 BetrVG. Eine Checkliste für die Wählbarkeit finden Sie hier.

Wie lange dauert eine Betriebsratswahl?

In Betrieben mit 5 bis 50 Wahlberechtigten (vereinfachtes Verfahren) muss in einer Wahlversammlung eine Woche nach Bestellung des Wahlvorstand gewählt werden.
Dieses Verfahren kann bei Einverständnis zwischen Wahlvorstand und Arbeitgeber auch bei bis zu 100 Wahlberechtigten angewendet werden!

Bei der normalen Betriebsratswahl (ist die Regel bei mehr als 50 Beschäftigten) muss mit einer Gesamtdauer von acht bis zehn Wochen für das Wahlverfahren gerechnet werden. Hierzu gibt es eine genaue Wahlordnung im Betriebsverfassungsgesetz. Bücher und Wahlhilfen bieten verschiedene Verlage an: siehe auch bei Fachbücher zur BR-Wahl.

Wie oft wird der Betriebsrat gewählt?

Alle vier Jahre wird gewählt!

Die regelmäßigen Betriebsratswahlen finden alle vier Jahre, immer zwischen dem 1. März und dem 31. Mai, statt. Auch zwischendurch werden Betriebsräte gewählt, wenn zum Beispiel ein Betriebsrat zurücktritt oder aber kein Betriebsrat existiert und erstmals in einem Betrieb ein Betriebsrat gewählt wird.


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